Wie ein alter Bauwagen in Hohenziatz aus dem Dornröschenschlaf erwacht


Was benötigt ein Dorf, damit junge Leute auch nach der Schule gern dort wohnen bleiben? Neben der Frage nach einem Arbeitsplatz, steht dabei vor allem die Frage nach Kultur- und Freizeitangeboten im Raum. Wenn aber Jugendclubs aus den Gemeinden verschwinden, fehlt für junge Leute ein Ort zum Treffen und Austauschen. „Der verlagert sich dann an die örtlichen Bushaltestellen und Spielplätze“, so Julian Raab, Sprecher der Jugendlichen aus Hohenziatz einem kleinen Örtchen in der Nähe von Möckern. Hier fehlte den Jugendlichen genau dieser Treffpunkt; ein Umstand dem Julian Raab und viele weitere Jugendliche nicht mehr tatenlos zusehen wollten und daraufhin eine Idee entwickelten: Wenn die Jugend in Hohenziatz keinen Treffpunkt hat, warum bauen wir uns den Treffpunkt nicht einfach selbst?


Das Projekt „Bauwagen“ war geboren

Auf Grundlage eines alten Fahrgestells, welches die jungen Leute über ebay Kleinanzeigen gefunden hatten, soll ein Bauwagen als Jugendclub ausgebaut werden. Der regionale Spendenaufruf der Hohenziatzer Jugend macht uns neugierig, diese engagierten Jugendlichen persönlich kennen zulernen.

Und so treffen wir Julian Raab, Tim Wald und Christoph Seeger stellvertretend für alle Mitglieder des Hohenziatzer Heimatvereins auf dem Firmengelände der Jagd- und Forstservice GmbH; hier steht das Fahrgestell des alten DDR-Wagens, welches aus der Börde auf einem Tieflader an seinen jetzigen Standort geschleppt wurde. Das Gestell ist gerade frisch zurück vom Lackierer, erklären uns die 3 jungen Männer, die neben Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für den Heimatverein hauptberuflich eine Ausbildung machen. Als nächste Schritte sind der Ausbau, das Einsetzen von Fenstern und der Tür und die Elektrik geplant und darüber hinaus sollen Solarpanel auf dem Dach installiert werden. Die kommenden langen Sommerabende bieten sich für die Arbeiten am Wagen perfekt an und so wird aus einer kleinen Idee ein echtes Gemeinschaftsprojekt.

Im Oktober 2022 soll der Bauwagen fertig sein um dann im kommenden Winter direkt als Treffpunkt zu dienen. Neben dem Ausbau des eigentlichen Bauwagens planen die Jugendlichen zudem eine Terrasse. Und dabei sollen alle jungen Leute im Ort helfen und mit anpacken – frei nach dem Motto: „Was man selbst aufbaut, macht man nicht kaputt“!

So soll der fertige Bauwagen aussehen.

Frisch lackiert bekommt der Wagen seine Verjüngungskur.

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